Der unvergleichlichen Lage am Bosporus, an der Nahtstelle zwischen Europa und Asien, verdankt diese Stadt ihre Jahrhunderte währende Bedeutung und ihre große Geschichte. Gerade dies zu erkunden, hatten sich die Lüdenscheider Senioren mit ihrer Vorsitzenden Marianne Weber zum Ziel gesetzt. Knapp 50 Mitreisende wurden von zwei erfahrenen Reiseführern empfangen und im Verlaufe von 5 Tagen kompetent und umfassend durch eine quirlige Stadt geführt, welche mittlerweile aus allen Nähten platzt und bis zu 18 Millionen Menschen beherbergen soll.

Die Höhepunkte des ersten Besichtigungstages waren von besonderer Art: zunächst die Hagia Sophia, fast ein Jahrtausend ein christliches Gotteshaus, 500 Jahre Moschee und seit den 30er Jahren durch Kemal Atatürk in ein Museum umgewandelt. Als Superlative im Anschluss stand der Besuch des Sultanpalastes Topkapi Saray auf dem Programm; ein parkähnliches Areal aus vier hintereinander liegenden Höfen, war es die Machtzentrale des Osmanischen Reiches, Ausbildungsstätte der gefürchteten Janitscharen und vor allem Privatgemach des Sultans und seinem Harem, aber auch eine Intrigenschmiede. Unvorstellbare Kostbarkeiten aus Geschenken von Regierungshäuptern aus aller Welt konnten angehäuft und bewundert werden.
Ein Besuch im Großen Basar durfte nicht fehlen: die größte überdachte Markthalle der Welt mit mehr als 3000 Geschäften sorgt für ein befriedigendes Einkaufsmekka. Nicht weit davon liegt die berühmte Yerebatan- Zisterne in mystisches Licht getaucht, ein großes unterirdisches Wasserreservoir aus spätrömischer Zeit mit Ziegelgewölbe, das auf mehr als 330 dicken Säulen ruht und damals mit ihren besonderen Zuflüssen aus Regenwasser für ausreichende Trinkwasserversorgung sorgte. Auch die berühmte Chora- Kirche mit ihren Mosaiken und Fresken mit Darstellungen aus biblischer Geschichte aus dem 14. bzw. 15. Jahrhundert gehört zu den bedeutendsten Relikten aus dem Mittelalter.
Bevor die obligatorische Bosporusfahrt mit dem Schiff startete, besuchte die Gruppe noch den mit bunten Farben und vielfach unbekannten Düften verführerischen Gewürzmarkt.
Wer bisher märchenhafte Pracht aus der Osmanischen Zeit vermisst hatte, fand sie dann im anschließenden Besuch des Dolmabahce- Palast, dem türkischen Versailles; 285 kostbare mit Kristall, Alabaster, seltenen Hölzern und Seidenteppichen ausgestattete Räume, geschaffen vom letzten Sultan des Osmanischen Reiches, ließen das Herz ob der unvorstellbaren Schönheit, unbekannten Vielfalt und Kostbarkeit höher schlagen
Mit solchen Bildern im Gedächtnis war der Blick vom Camilica- Hügel im asiatischen Teil der Stadt auf die Silhouette der Europäischen Millionenstadt bei strahlendem Sonnenschein ein wohltuendes Erlebnis, zeigt es doch überschwänglich, wie bedeutend und vor allem wie mächtig die Römischen, Byzantinischen und Osmanischen Reiche damals waren und uns bis heute als Kulturerbe der Menschheit immer noch zur Verfügung stehen.
Das Reiseprogramm wurde durch Besuche in Gasthäusern mit landesüblicher Küche abgerundet und durch Bummeln auf interessanten Plätzen, wie z.B. dem pulsierenden Taksim- Platz und von dort abführenden Einkaufstrassen interessant und kurzweilig untermauert. Insgesamt eine gelungene Kultur- Reise, die allen Teilnehmern nachhaltig in guter Erinnerung bleiben wird.