In dieser Woche fordern die SPD und die FDP mit Vehemenz die Umwandlung der Aschenplätze in Brügge und Eggenscheid in Kunstrasenplätze. Die Vereine TuRa Brügge und TuRa Eggenscheid hatten im Verlauf dieses Jahres einen entsprechenden Antrag an die Verwaltung der Stadt Lüdenscheid gestellt.
Es steht außer Frage, dass diese Anträge ihre Berechtigung haben. Die Forderungen der SPD und FDP suggerieren nun aber den Sportlerinnen und Sportlern in den beiden Stadtteilen, die Plätze werden im nächsten Jahr gebaut.
Jetzt ist es Zeit für eine sachliche Darstellung.
In 2008 wird eine interfraktionelle Arbeitsgruppe Sport eingerichtet, die über die Einrichtung von Kunstrasenplätzen in unserer Stadt berät. Dieser Arbeitsgruppe wird seitens der Verwaltung ein Gutachten über den Zustand der Sportplätze vorgelegt.
Nach Auswertung werden einstimmig folgende Empfehlungen ausgesprochen:
In 2009
werden die Sportplätze Nattenberg (Nebenplatz) und Honsel in Kunstrasenplätze umgewandelt,
in 2011 der Sportplatz Wefelshohl.
In den weiteren Jahren werden die Sportplätze in Brügge und Eggenscheid in Angriff genommen.
Die Bolzplätze Waldschlösschen und Bismarcksäule bleiben erhalten. Der Sportplatz Höh kann mittelfristig aufgegeben und das Grundstück vermarktet werden, wenn der Wefelshohl fertiggestellt ist. Zum Jahnplatz werde keine Beschlüsse gefasst.
Der Rat der Stadt Lüdenscheid beschließt mit einer großen Mehrheit diese Empfehlungen.
Wie aus dem Nichts kommen nun die Forderungen der SPD und FDP. Die CDU erkennt durchaus die problematische Situation in den oben genannten Ortsteilen und beruft für den 8.09.2009 durch den Vorsitzenden des Sportausschusses Rüdiger König eine Sitzung ein.
Wie könnten die Lösungen aussehen?
Die Sportplätze Brügge und Eggenscheid werden aus dem Konjunkturpaket II (der Stadt stehen rund 1,7 Mill. € zur Verfügung) finanziert. Die Kosten für die Umwandlung werden sich auf ca. 1,2 Mill. € belaufen.
Es bleibt dabei zu bedenken, dass auch andere Projekte bei der Verwaltung anhängen, die einen Umfang von 10 Mill. € haben.
Der Ratsbeschluss aus dem vergangenen Jahr muss gekippt werden, und der Sportplatz Wefelshohl wird zunächst nicht gebaut. Damit stünde das Geld für den Ausbau eines Platzes zur Verfügung. Der Ausbau eines zweiten Platzes muss diskutiert werden.
Dabei muss bedacht werden: Die Entwässerungsanlage am Wefelshohl bedarf einer dringenden Renovation. Die Kosten dafür belaufen sich nach Aussage der Verwaltung auf ca. 80.000 €. Der Sportplatz Höh kann auch nicht aufgeben werden, so dass in den nächsten Jahren dort noch die Pflegekosten anfallen werden.
Warum die Sportausschusssitzung erst nach den Kommunalwahlen?
Es ist nicht CDU-Politik, den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt Wahlversprechungen zu machen und Beschlüsse unmittelbar vor den Wahlen zu fassen, die sie anschließend nicht einhalten bzw. umsetzen kann.
Die CDU wird sich sehr gewissenhaft mit der Problematik auseinandersetzen. Dazu verweise ich auf unser Kommunalwahlprogramm für die Jahre 2009 bis 2014, in dem der Ausbau der Sportplätze besondere Erwähnung findet.
Um zum Schluss in eigener Sache.
Der Vorsitzende von TuRa Brügge Thorsten Franke greift in seinem Schreiben an unsere Bürgermeisterkandidatin Christel Gabler den Ratskandidaten unserer Partei Michael Dregger und mich als Sportausschussvorsitzenden in einer ehrverletzenden
Art und Weise an, die nicht zu verstehen ist.
Mehrfach haben Michael Dregger und ich vorgeschlagen, nicht an den Abstimmungen teilzunehmen. Weder die Mitglieder der Arbeitsgruppe, des Sportausschusses und die Verwaltung sahen an unserer Teilnahme irgendwelche Probleme. Michael Dregger und ich werden auf diese Unterstellungen allerdings nicht reagieren. Das ist nicht unser politischer Stil.