CDU Stadtverband Lüdenscheid / Kreisverband Mark
So geht Lüdenscheid!

Datenschutz bei google street view nicht vernachlässigen

Das Internet als Quelle allumfassender Information. Viele Onlinebegeisterte freut es, einige kritische Mitmenschen beängstigt es, die meisten Bürger interessiert es nicht. Die eigentliche Gefahr liegt in der mangelnden Aufklärung der Folgen und Möglichkeiten des unbändigen Datensammelns und den daraus resultierenden Verknüpfungen.
Als weltumfassender Datensammelkonzern ist google nicht nur als Suchmaschinenbetreiber allen anderen weit voraus. Goole ist vor einiger Zeit in die Offensive gegangen. Es reicht dem Konzern nicht mehr, die von den Nutzern eingegebenen Daten in der Suchmaschine, Routenplaner, Office- und Mailanwendungen sowie einer ausführlichen Webseitenauswertung zu verknüpfen und auszuwerten. Google ist weltweit auf den Strassen aktiv unterwegs und fotografiert Strassen, Brücken, Plätze und natürlich auch Personen und Situationen. Diese Daten werden als „google street view” in das Kartenwerk google maps integriert.

Viele Städte in den USA, England und den Niederlanden sind bereits online zu besuchen. Grundsätzlich ist an solchen virtuellen Stadtrundgängen nicht viel auszusetzen. Es macht Spaß, ist interessant und mitunter sogar lehrreich.
 Warum formieren sich viele Gruppen gegen diese Sammelwut? In Englang gab es bereits Straßenblockaden von Anwohnern gegen ein google street view Auto. Die berechtigte Angst liegt in der nicht kontrollierbaren Nutzung der Fotodaten. Auf den Bildern sind Personen einwandfrei zu erkennen, Hausnummer und Autos lassen sich einfach identifizieren. Vielerorts kann man in die Fenster der Häuser schauen und persönliche Momentaufnahmen im weltweiten Internet bewundern.
 Hier wurde sehr früh gegen protestiert und google hat eine aufwendige Software geschaffen, die alle Gesichter, Hausnummern und Autokennzeichen unkenntlich macht. Dies funktioniert automatisch mit allen Bildern, aber nicht immer. Viele Szenen, auch etliche mit nicht unkenntlichen Personen werden schon gezielt im Internet vorgestellt.
 Daher hat der Datenschutz in Griechenland die Aufnahmen von google street view vorerst komplett untersagt. Der Datenschutz in Deutschland kennt diese Möglichkeit nicht. Jedoch haben sich einige Landesdatenschutzbeauftragte dem Thema angenommen und dieses sehr genau recherchiert. Daraus ist auch eine Forderung entstanden, die einen Teil der Problematik deutlich offenbart.
 Während google alle Fotodaten im Original in deren Rechenzentrum in die USA versendet, dort die Rohdaten dauerhaft speichert und nur die unkenntlichen Fotos veröffentlicht, fordert der deutsche Datenschutz von google nur die unkenntlichen Fotos zu speichern. Dies bereitet google angeblich technische Schwierigkeiten und man weigert sich die Originale zu löschen. Nach einigen Zusagen von google im April 2009 die datenschutzrelevante Situation zu ändern, ist google wieder davon abgerückt. Daher bereitet der führende deutsche Datenschützer Johannes Caspar aus Hamburg im Juni 2009 rechtliche Schritte gegen google vor.
 Diese Position von Herrn Caspar gilt es zu unterstützen!
 Es geht nicht darum, dass ein Foto vom eigenen Haus eine Gefährdung des Persönlichkeitsrechts darstellt. Aber bei der Weigerung unverfälschte Fotos zu löschen, fragt man sich warum? Google ist in der Lage, die bereits oben genannten Informationen, geschickt zu verknüpfen. Verbraucheroptimierte und gezielte Werbung ist das geringste Übel aus den Möglichkeiten. Nicht nur Verschwörungstheoretiker können in dem Vorgehen von google eine Strategie erkennen. In vielen Städten und Gemeinden wird das Thema bereits aufmerksam verfolgt.

Die Forderung der MIT Lüdenscheid:
 - Entgegen der Aussage des Bürgermeisters im WDR Fernsehen sollten sich die entsprechenden Stellen im Lüdenscheider Rathaus des Themas annehmen.
 - Information zum Thema an die Politik bei relevanten Neuigkeiten.
 - Unterstützung der aktiv arbeitenden Datenschützer.
 - Sachliche Aufklärung zur Situation.