"Wir müssen unsere Vereine entlasten. Ehrenamtliches Engagement ist eine wichtige Säule unserer Gesellschaft! Wir wollen Bürger dabei unterstützen, wenn sie füreinander Verantwortung übernehmen", so eröffnete der heimische Bundestagsabgeordnete Matthias Heider seine Informationsveranstaltung.
Über 20 Vertreter von Vereinen und Verbänden waren in das Restaurant der Schützenhalle in Lüdenscheid gekommen, darunter Vorstandsmitglieder von Fußball-, Tennis- und Turnvereinen sowie des Behindertensports. Auch Vertreter des Angelsportvereins "Saubere Volme" und des Reit- und Fahrvereins Listertal nahmen teil.
Der Aufwand für die Vereinsführung wird immer größer. Steuern, Vereinsrecht, Sozialrecht und viele weitere Regelungen vergrößern den bürokratischen Aufwand. Er setze sich daher vehement für Erleichterungen in der Vereinsarbeit ein, versprach der Abgeordnete. Heider: "Wir haben im Bundestag dazu ein Paket auf den Weg gebracht, dass unter anderem die Übungsleiterpauschale ausweitet, Fristen für Steuerbegünstigungen verlängert und Gewinne aus Vereinsveranstaltung besserstellt. Ich bin zuversichtlich, dass wir damit eine wesentliche Entlastung von Vereinsarbeit erreichen können."

Als Experten sprachen Rechtsanwalt und Notar Dietmar Meeser aus Lennestadt und der Steuerberater und Rechtsanwalt René Pickard zu Register und Organisationsfragen sowie zur Besteuerung von Vereinen.
Meeser wies vor allem auf die Zusammensetzung von Vorständen und Einberufungsmodalitäten für die Mitgliederversammlung hin. Er begrüßte die Beschlüsse des Bundestages und äußerte die Hoffnung, dass dadurch wieder mehr Bürger motiviert werden könnten, sich in Vereinen zu engagieren. René Pickard sah vor allem Verbesserungen für Haftungsfragen des Vorstands. Die beabsichtigten Neuregelungen erleichterten die Situation der Ehrenamtlichen in mitunter strittigen Fragen. Zudem werde den Vereinen mehr Zeit bei der Verwendung von Spenden und Rücklagen eingeräumt.
Die Referenten standen den Teilnehmern anschließend für Fragen zur Verfügung. Die Diskussion wurde von Ingrid Fischer, frühere Vizepräsidentin des Landessportbundes NRW, moderiert. Sie wies alle Interessierten dabei auf die Internetsite www.vibss.de hin, die vom Landessportbund betrieben wird und rund um die Fragen des Vereinsmanagements informiert. Besucher wie Referenten zogen ein positives Fazit der Veranstaltung. "Wir wollen das Ehrenamt weiter stärken, bürokratische Hürden abbauen und Bürger ermutigen, sich zu engagieren", schloss Matthias Heider. Vielfach wurde der Wunsch nach einer eigenen Besteuerungsgrundlage für Vereine vorgetragen. Auch die Abgrenzung zur wirtschaftlichen Tätigkeit eines Vereins ist in der Praxis immer noch schwierig zu handhaben.