Das Transatlantische Handelsabkommen, kurz „TTIP“ ist ein sperriges, aber ungemein emotionales Thema. Sofort erschrecken „Chlorhühner“ und „Klonfleisch“ die Verbraucher, Unternehmer fürchten Schiedsgerichtsverfahren mit ungewissem Ausgang. Die CDU in Lüdenscheid wollte in die bisher sehr aufgeregt geführte Diskussion Licht bringen und lud dazu den heimischen Bundestagsabgeordneten Dr. Matthias Heider, den Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Herrn Christian Lepping und den Abgeordneten des Europäischen Parlaments Herrn Dr. Peter Liese ein. Der vollbesetzte violette Saal des Kulturhauses zeigte dann auch eindrücklich, dass Parteimitglieder und Gäste dankbar für dieses Angebot waren

Heider gelang es zum Auftakt, eine kurzweilige Einführung zum Thema zu geben. Danach kam dann auch sofort die angeregte Diskussion in Schwung: kommt das Chlorhuhn wirklich? Welche Handelshemmnisse gibt es eigentlich wirklich? Wer profitiert von TTIP? Wie können sich Bürger über den Verlauf der Verhandlungen informieren? Gerade zur letzten Frage konnte Dr. Liese einiges sagen. Die Inhalte zu TTIP werden in Ausschüssen verhandelt und zum Schluss im Parlament verabschiedet, alle Inhalte seien hier öffentlich und im Web des EU Parlaments einzusehen.
Lepping machte deutlich, wie insbesondere die heimische mittelständische Industrie vom Wegfall der Handelsbarrieren profitieren könne. Schließlich baue Daimler einfach ein Werk in den USA, wenn es die Hemmnisse überwinden wolle. Das kann der Betrieb mit 20 Mitarbeitern nicht leisten, so Lepping. Die fundamentale Kritik am kapitalistischen Wachstum ließ Dr. Liese so nicht stehen. Wachstum kann auch umweltschützende und menschenfreundliche Auswirkungen haben, es bedeute nicht zwangsläufig Ressourcenvernichtung und Menschenausbeutung. Schließlich habe auch Pabst Franziskus das Europäische Parlament ausdrücklich gelobt, viel für Gottes Schöpfung getan zu haben.
Ralf Schwarzkopf, Vorsitzender des CDU Stadtverbandes, moderierte die stellenweise aufwühlende Diskussion und verwies auf die reichhaltigen, weiteren Informationen im Netz, z.B. bei www.cdu.de. Die Veranstaltung war um 20.30 Uhr zu Ende, die Diskussion wird sicherlich noch weitergehen.