„INKLUSION – Herausforderung an Schule, Gesellschaft und Gemeinschaft“
Bernhard Tenhumberg wies in seinem Statement darauf hin, dass die UN-Charta keinen Unterschied zwischen Behinderten und Nichtbehinderten kenne. Eigenständiges Leben sollte jedoch möglich sein. Ob dies ohne Förderschule - wie teilweise gefordert -, die ja am Anfang der schulischen Ausbildung stehe, versah der Referent mit einem dicken Fragezeichen. Nach seiner Einschätzung könne auf Förderschulen auch in der Zukunft nicht verzichtet werden. Dr. Wolfgang Schröder beleuchtete die Situation in Lüdenscheid. Hiernach besuchen 97 gehandicapte Kinder zurzeit integrative Einrichtungen, 70 behinderte Kinder werden in Regelgrundschulen unterrichtet. „Inklusion ist weit mehr als soziale Integration. Solange Inklusion noch nicht geschaffen ist, können wir auf die soziale Integration von behinderten Menschen nicht verzichten”, so lautete das Resümee des Sozialdezernenten der Stadt Lüdenscheid. Der Märkische Kreis war durch Eckehard Beck vertreten. Beck wies auf das weite Spektrum der Behinderungen hin. In den Förderschulen des Märkischen Kreises würden 854 Schüler beschult, davon sei ca. die Hälfte geistig behindert und je ein Viertel hätten sprachliche oder soziale Behinderungen. Nach Auffassung von Eckehard Beck kann auf die speziellen Förderschulen auch in Zukunft nicht verzichtet werden. „Was ist für das Kind am besten”, diese Frage muss nach Auffassung von Beck im Mittelpunkt der Überlegungen aller Beteiligten stehen.
Eine lebhafte Diskussion schloss sich den Beiträgen der Fachleute an. Einig waren sich die Anwesenden darüber, dass die optimale Förderung der Kinder oberstes Ziel sein muss. „Die Kostenfrage”, so ein Teilnehmer, „darf dabei nicht im Vordergrund stehen: es geht um das Kindeswohl. Hierzu ist eine ausführliche Beratung der Eltern notwendig”. Übereinstimmend wurde festgestellt, dass die Umsetzung von Inklusion noch Jahre dauern und noch viele Schritte notwendig sein werden, damit Behinderte selbstbestimmt leben können.
Ursula Meyer fasste es am Schluss des interessanten Abends so zusammen: „Inklusion wird unsere Gesellschaft wertvoller machen!”