CDU Stadtverband Lüdenscheid / Kreisverband Mark
So geht Lüdenscheid!

Frauenhandel vor unserer Haustür

Benefiz-Begegnungsabend im Lüdenscheider Bürgerforum

Schwester Dr. Lea Ackermann (Gründerin und Vorsitzende von SLOWODI e.V. Solidarität mit Frauen in Not) referierte zum Thema “Der Handel mit Frauen und Kindern vor unserer Haustür” - Das Grußwort sprach Ursula Meyer, 2. stellv. Bürgermeisterin: (im Wortlaut)
Ein ernstes Thema erwartet uns mit dem Vortrag von Dr. Lea Ackermann zum Thema Frauenhandel vor unserer Haustür. In Zusammenarbeit mit dem Lions-Club Lüdenscheid-Minerva und der Gleichstellungsstelle der Stadt Lüdenscheid wird ein düsteres, bedrückendes und beschämendes Kapitel unterdrückter Menschenrechte, hier insbesondere von Frauen aufgeschlagen. Der Verein SOLWODI hat sich auf die Fahnen geschrieben, den betroffenen Frauen zu helfen, sie zu unterstützen und ihnen den Ausstieg aus der menschenverachtenden Ausbeutung zu ermöglichen.
Menschen können auf die verschiedenste Weise die zum Kauf oder Verkauf stehende „Ware” in gewinnbringenden Handelsgeschäften sein und erfahren durch die Degradierung ihrer Person zum Objekt massive Verletzungen ihrer Menschenwürde. Betroffen sind hauptsächlich Frauen, die fremdbestimmt und unfreiwillig gehandelt und in verschiedensten Verhältnissen auf die verschiedenste Weise ausgebeutet werden.

Auch Deutschland ist keine Insel der Seligen. Deutschland ist mittlerweile ein bevorzugtes Transit- und Zielland für Frauen, die Opfer von Menschenhandel werden. Am stärksten verbreitet in Deutschland ist der Menschenhandel zwecks sexueller Ausbeutung in der Prostitution. Das Delikt des Menschenhandels trifft jedoch auch Menschen in anderen Branchen wie z.B. Hausangestellte, Arbeiter am Bau, etc. In diesen Fällen wird die Arbeitskraft ausgebeutet.

Die Frauen, die durch Menschenhandel in eine für sie persönlich ausweglose Lebenssituation gekommen sind, denen Gewalt angetan wird, die bedroht und eingeschüchtert werden, benötigen Hilfe, Unterstützung und die Solidarität unserer Gesellschaft. Wir dürfen nicht die Augen verschließen und die Betroffenen dürfen nicht allein gelassen werden. Insofern begrüße ich es, dass der Verein SOLWODI diese Hilfe und Unterstützung anbietet und ein Netzwerk in Deutschland aufgebaut hat. Seit 25 Jahren ist der Verein aktiv, eine lange Zeit des Engagements für Frauen.

Bei der Vorstellung des dritten Gleichstellungsberichts wies unsere Gleichstellungsbeauftragte Elisabeth Wilfahrt darauf hin, dass sich ihre Arbeit nicht nur auf die Stadtverwaltung und die weiblichen Beschäftigten erstreckt, sondern dass sie ihre Aufgabe auch darin sieht, ein Netzwerk innerhalb der Stadt aufzubauen, um Frauenthemen offensiv nach vorne zu bringen. Ein gutes Beispiel ist die heutige Benefiz-Veranstaltung zugunsten SOLWODI, die gemeinsam mit dem Lions-Club Lüdenscheid-Minerva stattfindet. Dafür möchte ich mich bei  Frau Dr. Südkamp und Frau Wilfart herzlich bedanken. Ich persönlich bin auf andere Weise mit dem Verein in Berührung gekommen. In dem Kriminalroman „Ehre, wem Ehre” von W.W. Domsky, dessen Plot sich mit Fragen von Zwangsheirat und Ehrenmorden beschäftigt, konnte ich nachlesen, dass der Verlag sich entschlossen hat, SOLWODI mit Spenden aus dem Buchverkauf zu unterstützen. Es gibt also doch viele Menschen in Deutschland, die nicht wegschauen, sondern aktiv werden, um ihre Arbeit zu unterstützen und die Ziele von SOLWODI zu fördern. Benefiz heißt Gutes tun, heute besteht für uns alle Gelegenheit dazu.