Mitgliederrundbrief - April 2011
Helmut Pahl, Kunstexperte aus Lüdenscheid, fragt in den Lüdenscheider Nachrichten vom 30. April, warum die städtische Galerie eigentlich keine heimischen Künstler zeigt. Besonders in der Zeit des Galerieleiters Uwe Obier war die Städtische Galerie bundesweit ein Begriff. Junge und heimische Künstler fanden hier eine Bühne und wurden gefördert. Unser Bürgermeister lehnt ein finanzielles Engagement ab.
Warum ich das schreibe? Weil am gleichen Tag in der gleichen Zeitung die Überschrift zu lesen war „Die Stadt schrumpft weiter”. Und weil Führungskräfte aus allen Teilen der hiesigen Wirtschaft bereits mehrfach bestätigt haben, dass Kultur ein entscheidender Faktor für die Attraktivität unserer Stadt ist. Der ehemalige Stadtdirektor und Kunstfreund Klaus Crummenerl hat es auf einer unserer letzten Veranstaltungen auf den Punkt gebracht: Kommunalpolitik ist immer Klientel- und Interessenpolitik.Und momentan regiert eine völlig konzeptionslose Ampel, die eher bereit ist, je 380.000 Euro für einen Fußball-Plastikrasen auszugeben als 3.500 Euro für eine Ausstellung. Verstehen Sie mich nicht falsch: ich bin durchaus für die Förderung des Breitensports. Allerdings stehe ich ein für einen ausgewogenen Mix an Förderungen. Und momentan kommt der gesamte kulturelle Bereich dieser Stadt völlig zu kurz. Die Galerie wird vorsätzlich ausgehungert, damit man den leblosen Rest bald stillschweigend entsorgen kann. Diese Stadt wird nur dann wieder attraktiv, wenn wir zwei Dinge erreichen:
1. Wir brauchen mehr Avantgarde, mehr Intellektualität für unsere Stadt. Spannung, Freude und Vielfalt entsteht gerade in jungen künstlerischen Szenen. Die Stadt muss Foren und Räume für diese Menschen schaffen. Wenn diese Seifenblasen-Koalition weiter rumdilettiert, werden wir höchstens attraktiver für Hartz-IV- Bezieher. Wenn durch sozialistische Kleinkariertheit Trainingsanzüge, Döner und Spielhallen das Bild Lüdenscheid bestimmen, werden Leistungsträger weg bleiben oder weg gehen.
2. Lüdenscheider Bürger müssen wieder stolz sein auf diese Stadt. Wir sollten aufhören, uns mit Köln, Düsseldorf oder Hamburg zu vergleichen. Aber bei Städten vergleichbarer Größe können wir punkten. Wir haben doch mittlerweile wieder eine vorzeigbare Innenstadt (übrigens dank der CDU). Der Wochenmarkt hat ein reichhaltiges Angebot. Wir haben wunderbare Leuchttürme wie unseren Kaffee-experten Benkhofer oder den Whiskey-Enthusiasten Beger. Es gibt schöne und bezahlbare Häuser. Wenn wir nun noch mehr mutige Bürger fänden, die uns z.B. eine Spitzengastronomie böten oder ein 5-Sterne-Hotel, könnten wir den aktuellen Abwanderungstrend brechen.
Die CDU in Lüdenscheid ist stolz auf diese Stadt. Wir haben eine bessere Politik verdient.
Ihr
Ralf Schwarzkopf