Frauenhandel vor unserer Haustür
bevorzugtes Transit- und Zielland für Frauen, die Opfer von Menschenhandel werden. Am stärksten verbreitet in Deutschland ist der Menschenhandel zwecks sexueller Ausbeutung in der Prostitution. Das Delikt des Menschenhandels trifft jedoch auch Menschen in anderen Branchen wie z.B. Hausangestellte, Arbeiter am Bau, etc. In diesen Fällen wird die Arbeitskraft ausgebeutet. Die Frauen, die durch Menschenhandel in eine für sie persönlich ausweglose Lebenssituation gekommen sind, denen Gewalt angetan wird, die bedroht und eingeschüchtert werden, benötigen Hilfe, Unterstützung und die Solidarität unserer Gesellschaft. Wir dürfen nicht die Augen verschließen und die Betroffenen dürfen nicht allein gelassen werden. Insofern begrüße ich es, dass der Verein SOLWODI diese Hilfe und Unterstützung anbietet und ein Netzwerk in Deutschland aufgebaut hat. Seit 25 Jahren ist der Verein aktiv, eine lange Zeit des Engagements für Frauen.
Bei der Vorstellung des dritten Gleichstellungsberichts wies unsere Gleichstellungsbeauftragte Elisabeth Wilfahrt darauf hin, dass sich ihre Arbeit nicht nur auf die Stadtverwaltung und die weiblichen Beschäftigten erstreckt, sondern dass sie ihre Aufgabe auch darin sieht, ein Netzwerk innerhalb der Stadt aufzubauen, um Frauenthemen offensiv nach vorne zu bringen. Ein gutes Beispiel ist die heutige Benefiz-Veranstaltung zugunsten SOLWODI, die gemeinsam mit dem Lions-Club Lüdenscheid-Minerva stattfindet. Dafür möchte ich mich bei Frau Dr. Südkamp und Frau Wilfart herzlich bedanken. Ich persönlich bin auf andere Weise mit dem Verein in Berührung gekommen. In dem Kriminalroman „Ehre, wem Ehre” von W.W. Domsky, dessen Plot sich mit Fragen von Zwangsheirat und Ehrenmorden beschäftigt, konnte ich nachlesen, dass der Verlag sich entschlossen hat, SOLWODI mit Spenden aus dem Buchverkauf zu unterstützen. Es gibt also doch viele Menschen in Deutschland, die nicht wegschauen, sondern aktiv werden, um ihre Arbeit zu unterstützen und die Ziele von SOLWODI zu fördern. Benefiz heißt Gutes tun, heute besteht für uns alle Gelegenheit dazu.